In Zusammenarbeit mit zwei Betrieben und dem LLH wurde in den Gemarkungen Ginsheim und Bauschheim ein Zwischenfruchtdemoversuch angelegt. Insgesamt wurden auf zwei Demoflächen sieben Zwischenfruchtgemenge und Reinsaaten von verschiedenen Saatgutherstellern ausgesät. Ein Fokus des Demoversuchs lag unter anderem auf dem Stickstoffaufnahmevermögen der Zwischenfrüchte. Bei einem WRRL-Feldtag am 06.11.2019 konnten die verschiedenen Zwischenfrüchte zusammen mit den Vertretern der Saatguthersteller begutachtet werden. Im Folgenden möchten wir Ihnen einen kurzen Überblick über die Versuchsanlage und über das N-Aufnahmevermögen der einzelnen Zwischenfrüchte geben.

Versuchsanlage:
Auf zwei Demoflächen wurden am 05.08. bzw. am 06.08.2019 insgesamt sieben verschiedene Zwischenfrüchte in unterschiedlichen Aussaatverfahren ausgesät (s. Tabelle 1). Zusätzlich wurde zum Vergleich auf jeder Demofläche eine 0-Parzelle (ohne Zwischenfrucht) angelegt (Abbildung 1 und 2).
 

Abbildung 1: Parzellenplan Demofläche 1

Abbildung 2: Parzellenplan Demofläche 2

  

Tabelle 1: Flächeninfos und Aussaattechnik

 

ZF-Demofläche 1

ZF-Demofläche 2

 Aussaatdatum

06.08.2019

05.08.2019

Vorfrucht

Winterweizen (Stroh eingearbeitet)

Sommergerste (Stroh abgefahren)

Aussaatverfahren

Schneckenkornstreuer und Cambridge-Walze

Kreiselegge und Sämaschine

Aussaatmenge

PG GM 1: 20 kg/ha

PG GM 2: 30 kg/ha

Ramtillkraut: 10 kg/ha

Viterra Universal: 25 kg/ha

GeKa-Mix: 30 kg/ha

Viterra Multikulti: 25 kg/ha

TerraLife SolaRigol: 30 kg/ha

 

  

Tabelle 2: Zusammensetzung der Zwischenfruchtmischungen

 

Zwischenfrucht

Saatguthersteller

Komponenten (Samenanteil in %)

ZF-Fläche 1

PG GM 1

Freudenberger

Gelbsenf 48%, Ölrettich 15%, Gartenkresse 12%, Ramtillkraut 11%, Petersilie 14%

PG GM 2

Freudenberger

Gelbsenf 46%, Ölrettich 38%, Sandhafer 16%

Ramtillkraut

 

Reinsaat

ZF-Fläche 2

Viterra Universal

SAATENUNION

Alexandriner Klee 18%, Persischer Klee 6%, Phacelia 49%, Rauhafer 27%

GeKa-Mix

RWZ

Ölrettich 55%, Sandhafer 45%

Viterra Multikulti

SAATENUNION

Alexandriner Klee 18%, Blaue Bitterlupine 1%, Borretsch 1%, Gelbsenf 14%, Inkarnatklee 4%, Ölrettich 7%, Persischer Klee 10%, Phacelia 35%, Seradella 5%, Sommerfuttererbse 1%, Sommerwicke 3%, Sonnenblume 1%, Inkarnatklee 4%

TerraLife

SolaRigol TR

DSV

Leguminosen 24%, Kreuzblütler 14%

Sommerwicke, Rauhafer, Ramtillkraut, Öllein, Deeptill Rettich, Alexandrinerklee

 

Nmin-Gehalte im Boden und N-Aufnahme der Zwischenfrüchte:
Kurz nach der Aussaat der Zwischenfrucht wurde von jeder Versuchsparzelle am 15.08.2019 der Nmin-Gehalt im Boden (0-90 cm) ermittelt. Am 25.09.2019 wurden zur Bestimmung der N-Aufnahme des Aufwuchses in jeder Parzelle Quadratmeterschnitte durchgeführt und auf den N-Gehalt untersucht. Abschließend wurde am 01.10.2019 der Nmin-Gehalt im Boden in jeder Parzelle gemessen.

Demofläche 1:

Abbildung 3: Demofläche 1 - Nmin-Gehalte in den Parzellen in den einzelnen Bodenschichten am 15.08.2019

Abbildung 4: Demofläche 1- Nmin-Gehalte in den Parzellen in den einzelnen Bodenschichten am 01.10.2019

 

 
 

Abbildung 5: Demofläche 1 – N-Aufnahme der Zwischenfrüchte
im Beobachtungszeitraum von 06.08.2019 bis 25.09.2019


Aufgrund eines sehr unterdurchschnittlichen Weizenertrages mit folglich geringeren Nährstoffentzügen erwiesen sich die Nmin-Gehalte im Boden mit Werten über 100 kg N/ha zu Versuchsbeginn als relativ hoch. Zur Nmin-Messung am 01.10.2019 konnte eine deutliche Abnahme des Nmin-Gehalts insbesondere in der Bodenschicht 0-30 cm festgestellt werden (Abbildung 3 und 4). Bei Betrachtung der N-Aufnahme der Zwischenfrüchte (Abbildung 5) lässt sich erkennen, dass die Abnahme des Nmin-Gehalts in den einzelnen Parzellen in etwa der N-Aufnahme der Zwischenfrüchte entsprach. Es kann daher vermutet werden, dass es im Beobachtungszeitraum zu keiner Verlagerung des Stickstoffs in tiefere Schichten gekommen ist, sondern vielmehr der vorhandene Stickstoff durch die Zwischenfrucht aufgenommen werden konnte.

 

 Demofläche 2:

Abbildung 6: Demofläche 2 -  Nmin-Gehalte in den Parzellen in den einzelnen Bodenschichten am 15.08.2019

Abbildung 7: Demofläche 2 -  Nmin-Gehalte in den Parzellen in den einzelnen Bodenschichten am 01.10.2019

 

 

 
 

Abbildung 8: Demofläche 2 – N-Aufnahme der Zwischenfrüchte im Beobachtungszeitraum von 05.08.2019 bis 25.09.2019


 

Zu Versuchsbeginn zeigten sich die Nmin-Gehalte der Parzellen mit Werten zwischen 34 kg N/ha bis 44 kg N/ha vergleichsweise niedrig (Abbildung 6). Wie schon zuvor bei der Demofläche 1 beobachtet, konnte im Beobachtungszeitraum eine markante Abnahme des Nmin-Gehalts auf Werte zwischen 13 kg N/ha und 27 kg N/ha festgestellt werden (Abbildung 7). Auch hier war die ermittelte N-Aufnahme der Zwischenfrucht in fast allen Parzellen identisch mit der Abnahme des Nmin-Gehalts.
 
Fazit:
In beiden Demoversuchen konnte demonstriert werden, dass Zwischenfrüchte bereits nach einer relativ kurzen Vegetationszeit den Nmin-Gehalt im Boden deutlich senken und somit das Auswaschungsrisiko über den Winter reduzieren können. Im Demoversuch konnte im Beobachtungszeitraum eine N-Aufnahme der Zwischenfrüchte zwischen 27 kg N/ha und 50 kg N/ha dokumentiert werden. Es kann davon ausgegangen werden, dass bis zum tatsächlichen Vegetationsende noch deutlich mehr Stickstoff im Aufwuchs der Zwischenfrucht konserviert und vor einer Verlagerung geschützt werden kann.
Des Weiteren konnte gezeigt werden, dass für die erfolgreiche Etablierung eines Zwischenfruchtbestandes bereits relativ niedrige Nmin-Gehalte von knapp über 30 kg N/ha ausreichend sind. Eine Düngung der Zwischenfrucht ist somit in den allermeisten Fällen nicht erforderlich.
Ein weiteres Jahr der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie im Hessischen Ried durch den Wasser-, Boden- und Landschaftspflegeverband Hessen nähert sich dem Ende.
Gerne möchten wir Sie daher zu unserer Jahresabschlussveranstaltung (Arbeitskreisveranstaltung) zusammen mit den zuständigen Behörden und Beratern einladen.
 
Die Veranstaltung findet statt
 
am Dienstag, den 03. Dezember 2019
von 19.00 – ca. 21.30 Uhr
in der Stadthalle Gernsheim
(Georg-Schäfer-Platz 1, 64579 Gernsheim)

Wir freuen uns auf eine rege Beteiligung und Diskussion!
Ihr WRRL-Team

 

Seit dem 30. August 2019 gelten in Hessen ergänzende Maßnahmen zur Düngeverordnung (laut § 13) in bestimmten festgelegten Gebieten („Rote Gebiete“). Im WRRL-Beratungsgebiet im Hessischen Ried liegen annähernd alle Gemarkungen im Gebiet mit zusätzlichen Maßnahmen.

Für die ausgewiesenen gefährdeten Gebiete wurden in Hessen folgende drei Anforderungen / Regelungen festgelegt:

  1. Vor dem Aufbringen von Wirtschaftsdüngern und Gärresten müssen deren Stickstoffgehalt (Gesamtstickstoff und verfügbarer Stickstoff oder Ammoniumstickstoff) und deren Phosphatgehalt bekannt sein. Hierfür wird eine Analyse durch ein anerkanntes Labor benötigt.
  2. Der Kontrollwert in den zu erstellenden Nährstoffvergleichen wird abgesenkt. In den Jahren 2018, 2019, 2020 und später begonnenen Düngejahren darf der Kontrollwert (N-Saldo) 40 kg Stickstoff je Hektar und Jahr nicht überschreiten.
  3. Es müssen größere Abstände (5 m) zu Oberflächengewässern eingehalten werden.

Nähere Erläuterungen können Sie unserem Beratungsrundbrief entnehmen:

Pdf-Beratungsrundbrief § 13 Gebiete (siehe unten)

 

Eine Liste mit allen Gemarkungen in denen die ergänzenden Maßnahmen gelten finden Sie hier:

Pdf Liste der Gemarkungen (siehe unten)

 

Eine Übersichtskarte von Hessen mit den Gemarkungen in denen die ergänzenden Maßnahmen gelten finden Sie hier: Pdf Karte Gemarkungen (siehe unten)

 

Für Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

Bei einem Feldtag der WRRL-Beratung am 11.09.2019 in Gräfenhausen wurde sich unter anderem dem Thema Einstellung von Düngerstreuern angenommen. Als Referent stellte Herr Ulrich Lossie von der DEULA Nienburg GmbH anhand von verschiedenen Düngerstreuern einfache Möglichkeiten zur Optimierung des Streubilds vor.

Die wichtigsten Punkte dazu haben wir Ihnen in unten beigefügtem Bericht nochmal kurz zusammengefasst:

Bei Interesse an einer Streubildanalyse können Sie gerne einen Termin mit uns vereinbaren.

Langjährige Nmin-Werte nach Kulturfolgen

Für eine langjährige Betrachtung der Nmin-Gehalte nach Kulturfolgen im Hessischen Ried wurden alle ermittelten Herbst-Nmin-Werte der WRRL-Dauerbeobachtungsflächen im Zeitraum von 2011 bis 2018 ausgewertet. Dabei wurden über den gesamten Zeitraum die Herbst-Nmin-Werte nach Getreide (Sommer- und Wintergetreideflächen) betrachtet und nach der jeweiligen Folgefrucht ausgewertet. In Abbildung 1 sind die Mediane der Herbst-Nmin-Gehalte in der Bodentiefe 0-90 cm für einige Folgefrüchte dargestellt.

Abbildung 1: Herbst-Nmin-Gehalte im Beobachtungszeitraum 2011-2018 der WRRL-Dauerbeobachtungs-flächen im Hessischen Ried nach der Vorfrucht Getreide mit der jeweiligen Folgekultur bzw. Folge-kulturgruppe. Die Zahl in der Säule entspricht der Anzahl der beprobten Flächen.

Sommerung: Sommergerste, Sommerhafer, Sommerroggen, Sommerhartweizen, Sommerweichweizen, Bohnen, Hirse, Hafer, Sommertriticale, Mais, Kartoffel, Zuckerrübe, Erbse, Buschbohne, Sojabohne

ZF-Sommerung: Herbst-Nmin unter einer Zwischenfrucht mit anschließender Sommerung


Die mittleren Herbst-Nmin-Werte nach Getreide liegen je nach Folgekultur bzw. Folgekulturgruppe im Bereich zwischen 35 kg Nmin/ha bei Raps und 84 kg Nmin/ha bei Winterweizen. Damit wies Winterweizen nach einer Getreidevorfrucht im Beobachtungszeitraum die höchsten Herbst-Nmin-Gehalte auf. Zum einen hängt dies vermutlich damit zusammen, dass Weizen tendenziell auf schwereren Böden mit erhöhtem Stickstoff-Nachlieferungspotenzial angebaut wird, zum anderen ist die N-Aufnahme von Weizen im Herbst im Vergleich zu anderen Kulturen eher gering.

 

Auf Flächen mit Wintergerste nach Getreidevorfrucht kann mit durchschnittlich 65 kg Nmin/ha ein um ca. 20 kg Nmin/ha niedrigerer Nmin-Gehalt festgestellt werden. Diese Beobachtung deckt sich mit dem im Vergleich zu Winterweizen höheren N-Aufnahmevermögen vor dem Winter. Winterroggen nach Getreide weist mit knapp über 50 kg Nmin/ha relativ niedrige Herbst-Nmin-Werte auf. Ein Grund hierfür ist, dass Winterroggen häufig auf sandigen Flächen mit relativ geringem Nachlieferungspotenzial angebaut wird. Des Weiteren könnte auf sandigen Flächen der Stickstoff zum Zeitpunkt der Probenahme bereits teilweise in tiefere Schichten verlagert worden sein.
Das im Herbst sehr hohe N-Aufnahmevermögen von Raps spiegelt sich auch in den Herbst-Nmin-Gehalten wider. Nach Getreidevorfrucht konnte in unserer Auswertung bei Raps mit 35 kg Nmin/ha der niedrigste Wert ermittelt werden.
Aus Grundwasserschutzsicht sollte der Nmin-Gehalt im Boden im Spätherbst 40 kg Nmin/ha nicht übersteigen, da mit dem Einsetzen von Winterniederschlägen das Risiko einer N-Verlagerung in tiefere Schichten zunimmt. Dieser Orientierungswert wurde in der langjährigen Auswertung der Nmin-Gehalte im Hessischen Ried bei den Kulturfolgen „Getreide-Zwischenfrucht-Sommerung“ und „Getreide-Winterraps“ unterschritten.
Die besondere Bedeutung einer Zwischenfrucht für den Grundwasserschutz lässt sich beim Vergleich der Fruchtfolgen Getreide-Zwischenfrucht-Sommerung und Getreide-Sommerung (ohne Zwischenfrucht) erkennen. Ohne Zwischenfrucht vor einer Sommerung wurde ein mittlerer Nmin-Wert von 64 kg N/ha ermittelt. Mit Zwischenfrucht vor einer Sommerung konnte im Herbst ein um fast 30 kg N/ha niedrigerer Nmin-Wert gemessen werden. Mit 37 kg Nmin/ha lag dieser zudem unter dem grundwasserschutzrelevanten Orientierungswert von 40 kg Nmin/ha.

Für Fragen und weitere Informationen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung.

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Wie bereits in den vergangenen Jahren erfolgte auch in diesem Jahr eine Nachernte-Nmin-Beprobung einiger Wintergetreideflächen im Hessischen Ried. Hierzu wurden im Zeitraum vom 17.07. bis zum 12.08.2019 vier Wintergersten- und dreizehn Winterweizenfläche verteilt über das Beratungsgebiet ausgewählt und direkt nach der Getreideernte beprobt. In den Abbildungen 1 und 2 sind die Nachernte-Nmin-Werte als Mediane in 0-90 cm Bodentiefe dargestellt. Die Anzahl der Flächen, die in die Auswertung eingegangen sind, steht jeweils in den Säulen. Die schwarzen Fehlerbalken zeigen die Streuung der Messwerte in der Beprobungstiefe 0-90 cm.

Abbildung 1: Median der Nachernte-Nmin-Werte nach Wintergerste 2019 in 0-90 cm Bodentiefe

Abbildung 2: Median der Nachernte-Nmin-Werte nach Winterweizen 2019 in 0-90 cm Bodentiefe


Nach Wintergerste lagen die Nachernte-Nmin-Werte 2019 bei durchschnittlich 30 kg Nmin/ha und nach Winterweizen bei 40 kg Nmin/ha.

Diese Werte zeigen, dass in den meisten Fällen im Herbst noch ausreichend Stickstoff im Boden vorhanden ist. Zudem kann in vielen Fällen von einer erheblichen N-Mineralisation z.B. durch eine Bodenbearbeitung ausgegangen werden. Eine N-Düngung im Herbst ist daher oftmals nicht erforderlich. Die dargestellten Nachernte-Nmin-Werte 2019 können ggf. als Orientierungswerte dienen, ob es trotz eines zuvor berechneten Düngebedarfs im Herbst notwendig ist, eine Düngung vorzunehmen.
 
Die Nachernte-Nmin-Werte der Wintergerstenflächen wiesen in der Bodenschicht 0-30 cm deutliche Schwankungen auf. Der niedrigste Wert nach Wintergerste in 0-30 cm lag bei 20 kg Nmin/ha und der höchste bei 42 kg Nmin/ha. Diese Schwankungen lassen sich u.a. auf die erste Bodenbearbeitung (Stoppelsturz) zurückführen. Zwei der vier beprobten Wintergerstenflächen wurden bereits 3-4 Tage vor der Bodenprobenahme bearbeitet. Laut Angaben aus der Literatur und den Erfahrungen aus den Nachernte-Nmin-Messungen der vergangenen Jahre, kann bereits eine flache Bodenbearbeitung 20 kg Nmin/ha und mehr freisetzen. In Tabelle 1 sind die Nachernte-Nmin-Werte der einzelnen Bodenschichten der beprobten Wintergersten- und Winterweizenflächen dargestellt.

Tabelle 1: Mediane der Nachernte-Nmin-Werte für die beprobten Bodenschichten

Beprobungs-tiefe

Wintergerste

Nachernte-Nmin-Median [kg Nmin/ha]

Winterweizen

Nachernte-Nmin-Median [kg Nmin/ha]

0 - 30 cm

22,5

26,0

30 - 60 cm

4,5

11,0

60 - 90 cm

4,5

6,0

Das N-Aufnahmevermögen einer Zwischenfrucht hängt vor allem vom Aussaatzeitpunkt, der Wasserversorgung und der Vegetationsdauer ab. Damit der aufgenommene Stickstoff über den Winter für die Folgekultur konserviert werden kann, sollte die Zwischenfrucht möglichst spät oder vorzugsweise erst im Folgejahr eingearbeitet werden. Wenn es sich um eine ökologische Vorrangfläche (Greening) handelt, ist eine Einarbeitung nach dem 15.02. möglich. Auf Antrag beim zuständigen Landwirtschaftsamt darf die Zwischenfrucht im Hessischen Ried ggf. bereits nach dem 15.01. eingearbeitet werden.
Aus Grundwasserschutzsicht sollte vor einer Sommerung standardmäßig eine Zwischenfrucht angebaut werden.
 
Ergebnisse aus Ernteschnitten der WRRL-Beratung vom Herbst 2017 zeigten eine N-Aufnahme von bis zu 110 kg N/ha einer Senfreinsaat. Bei den untersuchten Zwischenfruchtgemengen Ackerfit Rübe (KWS) und TG-11 Streufix (Freudenberger Feldsaaten) konnte eine N-Aufnahme von 60 kg N/ha bzw. 82 kg N/ha gemessen werden.

N-Aufnahme von Zwischenfrüchten

Zwischenfrucht

Aussaat

Datum Ernteschnitt

N-Aufnahme [kg N/ha]

Senf (Reinsaat)

Anfang Juli

20.09.

110

KWS Ackerfit Rübe

Ende August

01.11.

60

Freudenberger Streufix

Ende August

01.11.

82


Neben der Stickstoffkonservierung bieten Zwischenfrüchte eine Vielzahl von weiteren Vorteilen. Unter anderem verbessern sie die Bodenstruktur, fördern das Bodenleben und eine Schattengare, unterdrücken Unkräuter, können gebundene Nährstoffe aufschließen und schützen vor Erosion. Darüber hinaus können sie als wertvolle Nahrungsquelle für Insekten wie zum Beispiel Bienen dienen.
 
Nicht jede Zwischenfrucht ist für jede Kulturfolge geeignet. Sollten Sie zum Beispiel Kreuzblütler wie Raps in Ihrer Fruchtfolge haben, empfiehlt es sich aus phytosanitären Gründen auf Kreuzblütler wie z.B. Senf in der Zwischenfrucht zu verzichten. Zusätzlich sollte die Zwischenfrucht an die vorhandene Aussaattechnik angepasst werden.